Philosophie und Standort

Die Stiftung Mempo Giardinelli ist eine NGO ohne Gewinnabsichten, deren Hauptmission die Leseförderung ist. Wir sind eine Institution im Bildungssektor, die ihre Aktivitäten und Programme durch ein Studienzentrum entfaltet, und gleichzeitig darum bemüht ist, die gegenwärtige und künftige Nachfrage nach Kultur in der Provinz Chaco und im ganzen Nordosten Argentiniens zu befriedigen. Zudem sind wir eine solidarische Einrichtung, die mit der Lektüre verknüpfte soziale Programme unterhält.

Die Stiftung organisiert und unterstützt die folgenden von ihr ins Leben gerufenen Institutionen und Programme, die alle ihren ständigen Sitz in dem Gebäude in der Straße José María Paz 355 in Resistencia haben:

— Das Studienzentrum für Literatur- und Sozialwissenschaften (Centro de Altos Estudios Literarios y Sociales, CAELyS-Chaco)

— Das Internationale Forum zur Förderung des Buchs und der Lektüre (Foro Internacional por el Fomento del Libro y la Lectura, FIFLL)

— Das Programm Geschichtenerzählender Großmütter

— Das Programm zur Unterstützung von Kinderküchen

— Die Bibliothek und das Zeitungsarchiv der Stiftung

— Das Forschungsinstitut für Literatur- und Sozialwissenschaften Juan Filloy (Instituto de Investigaciones Literaria y Sociales Juan Filloy, IILS-JF)

— Das Postgraduierten-Seminar für Argentinische Literatur, Kritik und Schöpfung, in Zusammenarbeit mit der Universität von Virginia (USA)

— Der literarische Denkerherbst

— Der Literaturfrühling für Kinder

Institutionen oder Programme, die nicht in dieser Liste aufgeführt sind, sind ausdrücklich nicht von uns autorisiert. Die Stiftung übernimmt außerdem keine Verantwortung für Schritte, die von Personen angeregt oder durchgeführt werden, die nicht von uns dazu ermächtigt sind.

Institutionelle Unterstützung für Anliegen, die uns auch am Herzen liegen

Meinungsäußerungen des Gründers und Präsidenten dieser Stiftung, wie auch seine Teilnahme an gemeinschaftlichen Aktivitäten, sprechen nur für ihn selbst. Die Stiftung teilt und unterstützt dennoch viele bürgerliche Anliegen aufgrund ihrer Philosophie, ihrer Mission und Ziele.

Seit Anfang 2004 nimmt die Stiftung gemeinsam mit mehreren anderen NGOs, mit denen sie freundschaftliche Verbindungen unterhält, an der Initiative „Öffentliche Medien, eine staatliche Politik“ teil, die Bemühungen anregt und unterstützt, damit unser Land eine demokratische, pluralistische Informationspolitik bekommt, die unter öffentlicher Kontrolle steht, nicht konzentriert ist sowie eine gesunde Koexistenz von offiziellen Medien, privaten Medien und öffentlichen, aber nicht offiziellen Medien garantiert.

Ebenso hat die Stiftung im September 2004 ihren Beitritt zur Kampagne gegen Kinderarbeit der ILO (International Labour Organisation) unterzeichnet.

Außerdem teilt die Stiftung – durch unseren Gründer und Präsidenten, der zum Beirat gehört – die Arbeit und Philosophie der Gedächtniskommission der Provinz von Buenos Aires.

Und schließlich teilte die Stiftung während der Jahre 2001 bis 2003 (bis zu seiner Auflösung) in der Essenz das Gedankengut des Intellektuellenkollektivs mit dem Namen „El Manifiesto Argentino“ (Das argentinische Manifest).

Über unseren Standort

Der argentinische Nordosten besteht aus den Provinzen Formosa, Misiones, Corrientes und Chaco. In letztgenannter Provinz führen wir unsere Arbeit durch, in einer Gegend, in der 2,7 % der Gesamtbevölkerung des Landes leben (987.956 Personen), auf 99.633 km²  sehr fruchtbarer, aber oft von Überschwemmungen geplagter Erde. Auch die nicht nachhaltige Umweltpolitik, Armut und Arbeitslosigkeit sind zu beklagen.

In der Provinz Chaco müssen nach offiziellen Berichten und den verschiedener privater Einrichtungen 70 % der Bevölkerung zu dem Personenkreis gezählt werden, dessen Grundbedürfnisse unbefriedigt sind. Diese schmerzliche Realität macht den Chaco gemeinsam mit Formosa und Corrientes, den beiden Nachbarprovinzen, zu den ärmsten Provinzen Argentiniens.

Die Stiftung arbeitet vor allem im größten Ballungsraum der Provinz rund um die Hauptstadt Resistencia, der aus den Gemeinden Resistencia, Barranqueras, Puerto Vilelas und Fontana besteht.

Die fehlende Stadtplanung hat dazu geführt, dass hier um die 400.000 Personen wohnen, und zwar im Flutungsgebiet eines der größten Flüsse Südamerikas, des Paraná, wo die Flüsse Río Negro (vom Norden), Arazá (vom Süden) und der Riacho Barranqueras (vom Osten) zusammenfließen. Ein Großteil des Geländes liegt sehr flach und wird überflutet, vorwiegend sind es kürzlich angeschwemmte, hydromorphe Böden. Der einzige Vorteil dieser Lage sind die guten Kommunikationswege, denn Resistencia ist ein Knotenpunkt, an dem Erd-, See- und Flugwege zusammenlaufen, die die Stadt sehr effizient an die Region, den Rest des Landes und die ganze Welt anbinden; sie stellt eine fast obligatorische Station für den Austausch mit den anderen MERCOSUR-Ländern dar.

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Trad: Silke Kleemann